Moin Moin, willkommen zum Logbuch-Laut-Podcast
2026 und heute geht es im Logbuch-Laut-Podcast um Logbücher.
Ja, mal was ganz Neues und zwar habe ich ja schon in der ersten Folge in diesem
Jahr einige Logbuche vorgelesen vom Neujahrstag.
Und es tauchen ein paar bekannte Leute wieder auf, denn ich habe zum heutigen 11.
Januar bzw.
Diese Aufnahme passiert am Samstag, den 10.
Januar 2026. Ihr seid hoffentlich entspannt und lehnt euch zurück und genießt
mit mir, eurem Host Erik von ring2.de,
Eine halbe, dreiviertel Stunde, Stunde vielleicht, ich weiß nicht wie lange das dauert,
würde mal sagen etwas über eine halbe Stunde Gemütlich nehmt euch einen Tee
und einen Keks und hört meinem Seemannsgarn zu, das ich euch vorlese und mit
ein bisschen Kontext versehe Ich habe...
Ein Logbuch mir rausgesucht oder mehrere Logbücher und habe die ein wenig kreativ
umgeschrieben, weil die von Ewigkeiten alt sind.
Und die Sprache, die man damals verwendet hat, kann man sich ehrlich gesagt
heute nicht mehr richtig anhören.
Deswegen habe ich so ein bisschen meine kreative Freiheit benutzt und habe euch
ein paar Artikel mitgebracht.
Ein paar sind von mir selber, ein paar sind ausgedacht, ein paar gibt es wirklich
und die habe ich umgeschrieben, so wie das erste Blogbuch oder die ersten Blogbücher,
die ich euch vorlesen möchte.
Der Artikel ist in meinem Blog erschienen, blog.ring2.de und da heißt Der Geschmack
von Salz und ist vom 10. Januar 2026.
Aus Lockbüchern kann man viel lernen. Statistisches, wie die Windrichtung,
das Wetter und was der Smoothie als Essen verkauft hat an diesem Tag in der Geschichte.
Ich vergesse die Jahreszeilen. Ich will den Schweiß der Mannschaft und das Salz des Meeres riechen.
Von Menschen, Matrosen, die vor uns da waren.
Ich will wissen, wie sich das Leben anfühlte, bevor wir alles mit Plastik und
Algorithmen überzogen haben.
Der 11. Januar ist kein besonderer Tag, wie 3.30 Uhr morgens in einer schlaflosen
Nacht auch keine besondere Stunde ist.
Ein Tag, an dem die Welt wieder Schwung nimmt. Ein zwischen dem Rausch der Silvesternacht
und dem Erwachen im langen Rest vom Winter. Und der ist noch sehr lang, Freunde.
Ich bin durch das Projekt Gutenberg und das Internet Archive gewandert und habe
drei Männer gefunden, die an einem 11.
Januar feststeckten und das in ihre Logbücher geschrieben haben.
Der erste ist James Cook, Weltumseckler. und er hat 1770 am 11.1.
Folgendes in seinem Logbuch geschrieben. Und zwar war er draußen vor Neuseeland.
Er hatte nur dieses kleine Schiff,
diese Nussschale und um ihn herum nur endloses, gleichgültiges Blau.
Er schreibt im Logbuch des 11.1. über einen Felsen, den sie Sugarloaf nannten.
Die Sonne brennt dir das Hirn weg und der Wind ist so unbeständig wie billige Liebe.
Um sieben Uhr abends tauchte dieser Felsen auf, eine einsame,
gottverlassene Nadel, die aus dem Wasser ragt.
Zuckerbrot? Von wegen. Es ist ein steinerer Mittelfinger, den uns der Ozean
zeigt, während wir weiter in die Leere segeln.
Das nächste ist von Henri David Thoreau von 1852. Das Eis in den Adern, habe ich das genannt.
In Massachusetts saß Thoreau und starrte auf einen gefrorenen Fluss.
Er war, weiß Gott, kein Heiliger. Er war ein Kerl, der die Nase voll hatte von
allem. Ein Mann, eine Hütte, kein Bullshit.
Es ist so kalt, dass die Gedanken im Kopf erfrieren.
Ich sehe die Leute in schweren Mänteln, wie sie versuchen, die beißende Kälte
zu ignorieren. Das Eis auf dem Fluss ist wie eine graue Haut.
Warum nehmen wir uns so wichtig? Wir sind nur Parasiten auf diesem gefrorenen Klumpen Erde.
Ich möchte einfach nur sein, wie ein Tier, auf dem weiten Eis stehen und die Schnauze halten.
Dann habe ich noch zwei zusammengefasst, zwei Logbücher von Matrosen und Walfängern.
Und die habe ich gesagt, Blau bis zum Sterben, Mitte des 19.
Jahrhunderts sind die erschienen.
Und dann sind da die Logbücher der Walfänger. Männer, die monatelang kein Land
sahen, nur Blut, Speck und Einsamkeit.
Nichts als Blau. Blau, bis du sterben willst.
Seit Wochen kein Wal, nur dieser Zwieback, der in den Zähnen knackt wie Giesesteine.
Wir starren uns an und überlegen, wer zuerst den Verstand verliert.
Der Kapitän führt selbst Gespräche mit irgendeinem Gott.
Um Mitternacht habe ich über die Reling gepinkelt und die Sterne gezählt.
Ein Fleck im Schoß des Universums auf dem Weg ins Nirgendwo.
Also die Logbühe habe ich tatsächlich umgeschrieben, die gibt es wirklich.
Ich packe euch den Link zu diesem Artikel und natürlich zu allen anderen und
zu den Quellen noch hier rein.
Könnt ihr noch, wenn ihr Bock habt, richtig tief einsteigen.
Die Logbücher sind alle gemeinfrei oder nach einer Creative Commons Lizenz.
Und natürlich ist der 11.1., und das war ein Part der künstlerischen Freiheit, war der 11.1.
Natürlich kein Tag wie jeder andere für mich, sondern für mich ist er besonders,
denn mein kleiner Bruder wurde mir an diesem Tag geschenkt und hat heute Geburtstag.
Herzlichen Glückwunsch, Philipp.
Unter anderem sind die Quellen von James Cook, das Logbuch der Endeavor vom 11.
Januar 1770, Henri-David Thoreau, die Journale, 11.
Januar 1852, Samuel Pappis, das berühmteste Tagebuch der Geschichte vom 1.
Januar 1661. 1661, das hatten wir schon mal.
Das Jahr 1660 war damals das, was wir jetzt 1661 nennen würden.
Henry McNeish, das Ende der Endurance vom 1.
Januar 1915 über das Neujahrsfest im Packeis.
Das sind jetzt richtige Seeleute gewesen und da springe ich nochmal ganz kurz rüber zu mir,
dem kleinen Seeleut, der sich auf der Ostsee wohlfühlt und von Packeis, ehrlich gesagt,
kannst du mich bitte frei halten. Dankeschön.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.
September 2025 und ich muss den mal ganz kurz wieder hier reinpacken.
Jetzt könnt ihr bei youtube ihn aussehen
bagen koop oder palmer 25 september
2025 bagen koop stürmischer wind aus ost mal wieder sturmflut neigung an der
westlichen ostsee hatten wir übrigens gestern gerade tief ellie das durch das
durch norddeutschland geflogen ist und dabei einige Schneeverwehungen angerichtet hat.
Aber ich habe mir wirklich ein bisschen Sorgen gemacht um unser kleines Bötchen,
das in Strande an Land liegt.
Denn von Osten her kam zwar kein Wind, also kein Schnee, aber Sturmböen in Orkanstärke.
Und da macht man sich natürlich immer ein paar Sorgen.
Denn, naja, man war schon froh, dass man das Schiff nicht im Wasser gelassen hat.
Aber an Land kann ja auch was passieren.
Deswegen war das schön heute Morgen. Kein Anruf, kein nix. Das fand ich cool.
So, aber weiterlesen. Pagenkob, stürmerscher Wind aus Ost.
Mal wieder Sturmflutneigung an der westlichen Ostsee. Nachts einstellig 8 Grad.
Tagsüber sonnig 15 Grad.
Ich sitze an der Südspitze Langenland mit einer Muck-Kaffee im Cockpit und denke
an den Winter. Also an jetzt.
Das mache ich um diese Zeit des Jahres immer. Nochmal losgehen,
in Rekordzeit und mit schlappem Arm von Pinne gehen, nach Norden segeln und
über den Winter nachdenken.
Der Hafen ist so gut wie leer. Auch die Ferienwohnungen, die den Hafen umsäumen
und aus denen B immer Blicke in unser Cockpit vermutet, deswegen mag sie Bagenkob
nicht, wirken verlassen.
Der ganze Ort ist nach einigen Wochen Hektik im Hochsommer wieder in diese lange
Land so eigene Lethargie verfallen.
Auf Langeland ist man vom pulsierenden Kern Dänemars am weitesten weg.
Und das merkt man dieser langen Insel auch an.
Lange Länderwitze sind das dänische Pendant zu unseren Ostfriesen übrigens.
Meine Gedanken schweifen nach Süden, nach Hamburg, zum Auslöser meiner Wintermelakolien.
Ja, mehr Zeit, denn es kommen immer mehr dazu.
Vor mehr als zehn Jahren saß ich auf dem Teufelsbrücker Ponton und trage ein Getränk.
Ich glaube, es war ein Glühwein, denn es war der Neujahrstag und es war kalt unten an der Elbe.
Der Abendnebel lag schon über meinem Heimatfluss, die Sonne lugte als weiße,
kraftlose Scheibe durch den klammen Vorhang, als ein Segelboot mit der Tide
und gegen den leichten Wind kreuzend aus dem weißen Flimmern auftauchte.
An Bord lauter dick eingemummelte, aber lächelnde Männer.
Nach der Wende verschwanden sie wieder im Dunst, so schnell wie sie gekommen waren.
Seitdem träume ich davon, mein Ansegeln auch einmal auf den ersten Tag des Jahres zu legen.
Oder gar nicht aufzuhören, auf dem Wasser unterwegs zu sein.
Während des späten Frühjahrs und des Sommers verstummt dieser chronische Wunsch,
fängt aber regelmäßig im September an, lauter zu denken, wenn das Winterlager
abgemacht und alle Termine eingeloggt sind.
Service-Info. Der Hafenstrande krant ab November nicht mehr am Wochenende.
Der Hafenmeister bittet, das zu beachten.
Dann wandern meine Gedanken immer öfter nach Süden, malen sich den langen,
aber streckenweise wohl wundervoll
pittoresken Weg über die Schleusen der Rhonen und der Saonen aus,
an deren jahrhundertealten Schleusen und Gasthöfen lokaler Käse und Wein gereicht wird.
Und Zeit, keine ernstzunehmende Rolle zu spielen scheint.
6 Wochen wäre eine realistische Zeit, sagen Skipper, die den Weg vom Norden
über die europäischen Flüsse und die Kanäle schon gewählt haben.
Außenrum ist er derzeit auch wegen der Orcas vor Portugal nicht so sicher,
von dem 300 Seemeilenschlag über die Biscaja ganz zu schweigen.
Im Herbst wird der Nordatlantik garstig.
Es ist immer dieselbe Dramaturgie, träume ich gerade von einem Glas Rhonewein
am späten Nachmittag, alles Schleusen des eintötigen Tages ist getan,
holt mich die Realität ein.
Sie hat immer die Stimme von M.
M. ist schnell zu begleistern, sieht dann aber alle Gefahren und was wäre Wendlichkeiten,
seine Begeisterung schmilzt dann wie Butter in der Sonne.
Wie willst du denn arbeiten, wenn du dich den ganzen Tag von Schleuse zu Schleuse
hangelst? oder willst du Schleusen-Influencer werden?
M. lacht. Er lacht gerne über seine Provokation, denn natürlich weiß er,
dass ich das zu gerne täte.
Seglerisches Reisebloggen als Beruf, als Passion, die so viele Leute begeistert,
dass sie meine E-Books kaufen oder mich mit dem Gegenwert eines Galahos in der
Schanze das machen lassen, was ich liebe.
Regieanweisung. Nun kommt eine Weggabelung, an denen der Autor,
also ich, entscheiden muss, wie nah er dieses Logbuch an der Realität entlang schippern möchte.
Ich liebe meinen Job als Scrum Master.
Es bringt mir Spaß und Erfüllung, mit Teams zu arbeiten. Ob das meinem autofiktionalen
Ego hier im Logbuch auch so geht?
Mal sehen. Nein, ich habe eher das Gefühl, nein,
also mein autofiktionales Ego hier im Logbuch will segeln, fahren,
Sachen erleben auf dem Meer und auf der See und am besten nach,
ach, den Winter auf Mallorca verbringen oder in Malaga, auf jeden Fall irgendwo im Mittelmeer.
»Was wäre denn, wenn du dir ein Boot kaufst im Süden?
Dann ist es gleich warm und du kannst Boat-Office machen, in derselben Zeitzone
auch noch.« »Ja, darüber denke ich auch nach,« antworte ich.
»Ein Winter in Palma ist auch schön.« »Ja, dann mach das doch.« M sagt,
er muss mal kurz weg und ruft mich nachher zurück.
»Nächste Woche kochen wir was in seinem Büro. Ein One-Pan-Gericht,
ein herbstliches Rübenmus mit Spiegeleiern.« Gute Idee, denke ich.
Das mache ich mir heute auch.
Habe im Superbrusen Steckerüben entdeckt.
Die mache ich nachher, wenn beim Sonnenuntergang die herbstliche Kälte sprichwörtlich
vom Himmel fällt. Der Käse und der Rotwein müssen warten.
Dann mache ich es mir unterdeck gemütlich und lese anderer Leute Lockbücher,
auch um mich ein wenig zu gruseln, wenn in ihnen Eisberge auftauchen.
Liveboards um 1770 hatten es auch nicht leicht.
Den 24. Februar beschloss Herr Cook endlich, da sie unter dem 62.
Grad südlicher Breite abermals nichts als Eisfelder antrafen und die nunmehrige
Jahreszeit fernern Entdeckungen in diesen Meeresgegenden allzu ungünstig war,
für diesmal nicht weiter nach Süden zu gehen.
Doch steuerte er bis zum 17. März zwischen dem 61. und dem 58.
Grad noch immer ostwärts, während welcher Zeit ein Ostwind, der gemeinglich
Nibel und Regen brachte, sie mehr als einmal in Gefahr setzte,
an den hohen Eisinseln zu scheitern.
Diese machten jetzt ihren banal einzigen, zwar gefährlichen und schauervollen,
aber eben dadurch desto interessanteren Zeitvertreib aus.
Einige waren wie Kirchtürme gestaltet, noch andere gaben unsere Einbildungskraft
freies Spiel, daraus zu machen, was sie wollte, und dienten uns,
die Langeweile zu vertreiben, weil der tägliche Anblick von Seevögeln,
Meerschweinen, Seehunden und Walfischen den Reiz der Neuhau längst verloren hatte.
Christoph Martin Wieland, Auszüge aus Jakob Forsters Reise um die Welt Wo würdest
du gerne den Winter verbringen, wenn du Held in meiner Geschichte wärst?
K. sagt, in Griechenland sind die Hafengebühren am moderatesten.
Malaga sagt, er sei am wärmsten. Lass doch mal deine Fantasie fliegen und schreibe
mir per Reply oder in die Kommentare.
Oder lass mich die Fantasiearbeit machen und gib mir einen Manöverblock aus.
Bei Kofi oder bei Steady.
Ich habe das auch verlinkt unten. Ach, Sail Ho.
Tja, da hätte ich, ich hätte nochmal Bock drauf, echt.
Vielleicht mache ich das ja. Ein Winter, murigen Winter in Palma.
Ich muss noch einen Schluck trinken. Ach, das war ein schönes Logbuch,
weil es ein Doppel-Logbuch war. Eins wieder mit Eis.
So, das wird, glaube ich, das wird, glaube ich, das Titelbild meines Podcasts.
Da sieht man drauf eine gemachte Koje auf unserer Oldzone 8.8,
eine Mitschiffskoje, schön breit und mit vielerlei Decken und Schlafsäcken unten
im Buch von Wolfgang Herndorf,
Arbeit und Struktur, seinen Blog,
den er geschrieben hat, bevor er krank wurde oder als er krank wurde.
Dieser Logbucheintrag ist vom 16. September 2025 und er heißt Ein Boot,
das nicht leckt, ist mir suspekt.
Hafenstrande, 14 Grad, Reste vom Sturm Zack in Böen 7 bis 8 aus Südwest.
Ich meine, ich fand Elli schon einen coolen Namen für einen Sturm,
aber Zack ist immer der geilste.
Also geht weiter. Ich schlafe bei Sturm schlecht.
Nicht nur, dass irgendwo immer was klappert oder ruckelt. Ich bin inzwischen
echt gut darin, Pfeilen, Benzel, Leinen und alles andere so zu sichern,
dass sie auch mal 10 Bevorruhe geben.
Aber so ganz schafft man das fast nie.
Als Skipper lauscht man zwischen den bekannten Geräuschen immer nach der Ausnahme.
Ein Zerren und Rucken zu viel könnte die 50 Jahre alten Klampen schräg über mir rausreißen.
Sicher, die haben schon ganz anderes überstanden und sind wirklich gut teilt, gesichert unter Deck.
Aber irgendwann ist eben jeder Krug einmal zu oft zum Brunnen gegangen.
Nachts sind Geräusche auch überstark, im Dunklen sowieso.
Irgendwie schräg der Satz, aber das ist hier mein Logbuch und das bleibt einfach mal so stehen.
Also, in der düsteren Nacht, da vermischen sich irgendwann per Halbschlaf mit
dem ersten Traum, wenn ich Seehunderlerpschiff vermute, die Seepocken abklabbern.
Morgens krabbel ich vermatscht aus der Koje, es regnet und pustet immer noch,
aber nur ist es hell, das ist besser.
B. hat sehr gut geschlafen, wie immer an Bord unserer Schwedin, dieses Jahr.
B. hat keine nächtlichen Warnvorstellungen von berstenden Leinen.
Das ist so ein Skipper-Ding, auch das nächtliche Rumkraxeln an Deck in Boxershorts,
Leinen checken und suchen, meist suchen.
Die Herkunft des regelmäßigen Tick-Tick-Tick, das unter Deck laut ist,
hier oben im Sturm sich aber gut verstecken kann.
B.s Koje ist nass geworden. Der Starkreden wurde vom Starkwind in die Nut hinten am Mast gedrückt.
Der Mast ist bei der Olzern durchgesteckt. Das muss so sein,
haben meine Eltern schon gesagt, wegen der Stabilität.
Da hat man quasi werftseitig das Boot oben offen.
Ich inspiziere die üblichen Stellen, an denen unsere Schwedin leckt und schlage
B.s Bett hoch, sodass die Wärme des Konvektors über Tag ihre Koje trocknet.
Alles halb so wild, sage ich zu B. Sie kennt die Geschichten aus meiner Kindheit,
wo auf dem Seefahrtskreuzer aus Maragoni Sturzbäche durchs trockene Deck flossen.
Dagegen ist die Ohlzornknochen trocken.
Ein schiff das ganz dicht ist wäre mir auch suspekt b fährt nach dem zweiten
mocker nach hamburg und lässt mich ein wenig eidel zurück wie edgar allen poe
das nichts tun nennt sein protagonist warnt nichts tun ist nur gesund wenn man
eigentlich was zu tun hätte na dann wollen wir mal sehen.
Backen des kleinen Flussstück, Aufklaren der Klammkojen, bei längerer Trockenheit
draußen im Wind trocknen lassen.
Auch immer ein Wabonk-Spiel, wenn man die Huschen nicht ständig auf dem Radar verfolgt.
Sich mit autofiktionalen Romanen beschäftigen, Logbucher suchen als Inspiration.
Bildstrocken machen, ne echte Sheet-Gang-Arbeit, aber als Liffle-Board dringend nötig.
In Ermangelung seiner Crew ist Sheet-Arbeit Skippersache.
Super, hab im poischen Sinne eine Menge zu tun.
Es fängt an zu regnen. Ich krüme mich unter Deck ein und starte ein Gespräch mit ChatGPT.
Während zack das Schiff leicht nach Backbord kränkt. Es bestätigt mir auf meine
Frage, ob 10 bis 12 Logbuch-Einträge für eine Staffel meines autofunktionalen
Blogs ausreichen, dass 10 oder 12 Artikel ideal wären.
Da könnte man sogar Bögen spannen.
Ich bekomme eine Liste an Inspirationen von der KI, darunter auch Wolfgang Herrensdorf,
Arbeit und Struktur, das ich vor 15 Jahren als Blog gelesen habe.
Irgendwo. Ich lege Handy und Pad auf die Navi, wo auf der völlig veralteten
Seekarte aus Papier schon zwei Sonnencremes, eine Sonnenbrille und der Motorschlüssel liegen.
Stillleben eines nun vergangenen Sommers. Beginne zu suchen und finde in der
übersichtlichen Bordbibliothek sein bei RORORO erschienenes Taschenbuch.
Mehr Autofiktion geht nicht.
Hier lebe ich jetzt also, lässt Herndorf seinen Protagonisten also sich selbst sagen.
Vor 15 Jahren, im März 2010, finde den Satz toll, würde den meinen Protaglad auch sagen lassen.
Und nun, wo ich den Satz kenne, könnte ich...
Die Aufgabe mit der Bilge verleidet mir das Nichtstun ein wenig.
Vielleicht, so sehe ich Edgar Allan Poe auch für Ehre, liegt er hier ja falsch.
Tick, tick, tick, etwas klappert ganz leicht am Aluminiummast,
nervtötend. Zum Glück muss ich nicht schlafen.
Es hat aufgehört zu regnen. Ich lege Wolfgangs Sterbetagebuch zur Seite und klettere an Land.
Der Sturm mit dem lustigen Namen hat die Kieler Förde leer gepustet.
80 Zentimeter ist der Wasserstand gefallen. Der Blick auf die Kajemauer verursacht
bei mir Finkenwerder-Feelings.
Die Ostsee kennt ja keine große Tide. Da ist das Runtersinken unter die Kajemauer eine Anomalie.
Danke.
Auf dem Weg zum kleinen Kaufmannsladen kommt mir Bernd, der Fischer, ins Fahrwasser.
Er hat einen Eimer voller Schollen in der Hand, heute aber keine Lust auf Fisch.
In der Kneipe am Ende der Mode gibt es heute Möhrenmus als Mittagstisch.
Den könnte er empfehlen.
Das fällt mir auch jetzt erst auf, dass es sowas wie Mittagstisch hier gibt,
außer an Wochenenden. Deswegen wusste ich davon auch nichts.
Überlege das selbst zu kochen. So ein One-Pan-Gericht als Rezept von Bord wäre
eine schöne Rubrik in meinem Letter.
Macht Nils Minkmar auch. Nur sind mir seine Rezepte immer ein wenig zu abgehoben
und an Bord einfach zu komplex.
Jetzt wo Eier, also Hühnereier, offiziell wieder Longevity fördern,
statt einen direkt ins Grab, könnte ich zwei Spiegeleier drüberlegen über das Möhrenmus.
Mit ganz viel braun-schwarz gebratenen Zwiebeln. Der Rebellion gegen wegen.
Strander Rübenmus mit Spiegeleiern. Hier ist das Rezept.
Zwei Steckrüben, zwei Kartoffeln, zwei Karotten, drei, wenn's kleine sind.
Wenn Schröder sie hat, zwei Passinaken.
Frühlingszwiebeln, Chili, Knoblauch, einen guten Schuss Olivenöl.
Butter und ein schmatzer Meerrettichfrischkäse war im Angebot.
Zwiebeln und Spiegelei extra, wenn das Mus ruht.
Muss mir einen Stampfer ausleihen, sonst wird das nix.
Darf ich euch sagen, wenn mir was gut gefällt, was ich geschrieben habe,
das gefällt mir ganz gut.
Diesen Stil könnte ich eigentlich mal beibehalten oder wieder aufleben lassen im Jahr 2026.
Wenn ihr das auch denkt, dann sagt mir bitte Bescheid und schickt mir eure Ideen
per Reply oder in den Kommentar. Ich würde mich sehr freuen.
So, das nächste kommt vom 9. März 2025.
Ein Hand von Can Pastilla nach Sarapita. Jetzt muss ich noch einen Schluck trinken, mein Muckus.
Der Wecker reißt mich aus dem süßen Nichts. 5.40 Uhr. Die Möwen stimmen ein
in das Kriegsgeschrei unter Deck.
Morgengrauen. Mein Körper verweigert sich, vergräbt sich weiter in die Wärme,
die ich die ganze Nacht wie ein Schatz gehütet habe.
Die Morgenbrise wartet auf niemanden, denke ich, und sehe ein,
ich muss jetzt raus aus der Koje.
Meine Beine bewegen sich als erste, der Rest folgt widerwillig,
aber gehorsam wie eine Puppe.
Ich falle aus der warmen Koje direkt in einen kalten Morgen.
Hamburg ist weit weg. Hier bin ich nur einer von vielen Vögeln,
die im Herbst landen und im Frühling wieder verschwinden.
Manche kehren nach Norddeutschland zurück. Ich weiß es noch nicht.
Niemand wartet dort, wenn ich mal von meinem Verleger absehe,
dem ich noch den Gegenwert eines Vorschusses schulde.
Der lockende Ruf ferner Küsten ist wie ein Fluch, den ich nie loslassen werde,
solange mein Körper noch vom Winter in Deutschland weiß.
Ja, auf den Winter komme ich irgendwie immer wieder zu sprechen, ne?
Das Boot wird zum Festland im Winter, es schaukelt mit doppelten Leinen stoisch
am Steg, auch bei starkem Wind droht nichts umzufallen.
Die Bewegungen meiner Charterjacht, die ich für einige Monate zu meinem Zuhause
gemacht habe, sind nie gewaltsam.
Der Segeltag wird mild, hat mir der Wettermann per Funk versprochen.
Jetzt muss alles Seglerische an seinen zugewiesenen Platz zurück,
festgezurrt, aufgeheißt und der Rest seefest gemacht werden.
Der Morgen blinkt mir unwillkürlich bunte Prismen in die Augen,
vor allem, wenn man vor den Vögeln aufsteht, ein syriales Gefühl.
Der Hafenmeister steht draußen, als ich aus der Kabine trete.
Er trägt Korthosen und ein Hemd, als ginge er in einen verdammten Club und nicht
zum Abschied seines Wintergastes.
Seine Eleganz ist wie ein Vorwurf an meine zerknitterte Existenz.
Wir umarmen uns. Er hilft mir
beim Ablegen, wirft die letzte Leine ins Wasser und winkt zum Abschied.
Die Yacht gleitet vom Steg weg auf ruhigem Wasser, angetrieben vom Volvo-Diesel
kräuseln sich am Bug kleine Wellen.
Meine Abfahrt weckt Gunther ein Steg weiter. Der andere Deutsche im Hafen ruft
mir rüber, »Wohin geht's denn diesmal?« »Alaska«, flüstere ich zurück,
um die morgendliche Stille nicht zu zerstören.
Gunther lacht, »Na dann, gute Fahrt. Hoffe, du hast die warme Unterbüchse mit
an Bord«, ruft er mir hinterher.
Diese flüchtige, schwimmende Gemeinschaft ist kostbar. Wie sie alle aus ihren
Koiden kriechen, um mich zu verabschieden.
Meine gescheiterten Romane kennen sie nicht, aber mein Boot,
das Leben an Bord, das kennen sie.
Eine leichte Brise begrüßt mich an der Mündung des äußeren Hafens.
Ich hesse die Segel der Charterjagd in aller Ruhe im Schutz des Wellenbrechers.
Draußen in der Bucht von Palma ist der Wind nicht stark genug.
Der Diesel muss weiterarbeiten.
Der selbstgebaute Ofen unter Deck wackelt im Takt der Wellen.
Ich röste in der gusseisernen Pfanne und bei Brot und bestreiche die knusprigen
Außenseiten mit Erdnussbutter.
Der Mokka-Kaffee ist dünn, gestreckt mit heißem Wasser.
Hipster nennen ihn Americano. Eine Lüge, die ich mir selbst erzähle,
damit er nach dem Meer schmeckt.
Zwischen Can Pastilla und Sarapita liegen gut 20 Seemeilen.
Mittelmeer und eine Küste voller Erinnerungen. Der Wind verlässt mich,
als ich um die südliche Spitze biege. Typisch.
Der Wind biegt nur um diese Ecke, wenn Juan Carlos schlechte Laune hat,
dann allerdings mit Wucht.
In der Stille tauchen kleine Fischerboote auf. Die Möwen folgen ihnen wie Groupies
einer alternden Rockband.
Manche ruhen auf den Kabinendächern, andere paddeln im Wasser,
warten auf die Reste oder einen freien Platz, näher dran an den zupfenden Fischern.
Ich frage mich, ob die Fischer die Möwen mögen. Sind sie Freunde?
Geben sie ihnen Namen? oder sind sie nur eine verdammte Plage,
wie das Gefühl eines ungeschriebenen Kapitels, das in den Eidengeweiden brennt?
Der Wind kehrt südlich von Cap Endero-Cat zurück.
Ich reite ihn hinein in die Bucht von Sestagnol, vorbei am Leuchtfeuer von Punta
Plana, das gerade Feierabend macht.
Ankommend um elf Uhr. Das innere Logbuch füllt sich mit Worten und Eindrücken
des Morgens, die niemals das erfassen können, was die See mit mir macht.
Immer allein, immer in Bewegung, Die Geschichten, die ich nie zu Papier bringen
werde, sind vielleicht die einzigen, die es wert wären, erzählt und gelesen zu werden.
Ach herrlich, so vielen Dank, dass du bis hierher zugehört hast und ich lasse
mich hier immer gerne inspirieren von Logbüchern und Tagebuchbüchern anderer Leute und ich habe am 31.
Januar 2018 in meinem Blog das Tagebuch eines damals noch sehr jungen Mannes
geschrieben, der Ernest Miller Hemingway heißt.
Und der Artikel heißt Meine Lieblingssportarten sind Forellenangeln,
Wandern, Schießen, Fußball und Boxen.
Das mit dem Fußball wusste ich nicht, aber das mit dem Schießen,
das hat er ja auch am Ende seines Lebens ganz gut hinbekommen.
Das ist der Bonus zu diesem Podcast und der heißt, mein Name ist Ernest Miller
Hemingway, ich wurde am 21.
Juli 1899 geboren. Meine Lieblingsautoren sind Kipling, O. Henry und Stuart Edward White.
Meine Lieblingsblume ist Orchideen und Tigerlilien.
Meine Lieblingssportarten sind Forellenangeln, Wandern, Schießen, Fußball und Boxen.
Meine Lieblingsfächer sind Englisch, Zoologie und Chemie. Ich beabsichtige,
zu reisen und zu schreiben.
Das ist der erste Tagebucheintrag des neunjährigen Ernest Hemingway.
Schon als Kind können wir die Züge jenes direkten und vereinfachten Schreibstils
erkennen, für den Hemingway später bekannt war, vor über 110 Jahren.
Viele neunjährige Jungen haben Vorstellungen davon, was sie werden wollen,
wenn sie groß sind. Aber selten werden solche Visionen auch wahr.
Sonst gibt es ja Tierärzte und Fußballprofis wie Sand am Meer.
Im Falle von Hemingway hingegen schon. Er schrieb und reiste später im Leben
tatsächlich ausgiebig.
Die Unschuld des Tagebucheintrags ist weit entfernt von den Ereignissen,
die sich 52 Jahre später ereigneten.
Nach einer langen Geschichte von Alkoholismus und psychischen Erkrankungen töte
sich Hemingway im Alter von 61 Jahren selbst.
Ich meine mich zu erinnern, dass er sich erschossen hat.
Ich habe meine ersten Schritte als Tagebuchschreiber, als Heranwachsender getan,
mit dem festen Wunsch, es Philippe Giron in Betty Blue gleich zu tun und ein
Schriftsteller mit einem geschliffenen und unverwechselbaren Stil zu werden.
Das viele Bier trinken seiner Protagonisten hat mir auch gefallen.
Bevor das Wort Blog oder Weblog erfunden wurde, bevor alle Welt in Timelines
schrieb, vertrauten die Menschen ihre Gedanken und Erlebnisse einem Tagebuch
an, einem Journal, wie es damals vornehm französisch hieß.
Ich mag die Vorstellung, dieses Logbuch in diese Tradition zu stellen.
So, dann habt ihr, wie wir das beim Segeln nennen, eine schöne Kreuzpeilung mitbekommen.
Also die Kreuzpeilung aus Ernest Hemingway und Philipp Dion zusammen mit der
Inspiration durch die Logbucheinträge von längst vergangenen Menschen,
die in der Vergangenheit ganz, ganz weit bis in die Arktis gesichert sind und
darüber in ihren Logbüchern berichtet haben.
Zusammen mit meinen eigenen Erfahrungen, da müsste man doch einigermaßen coole
Logbücher dauszimmern können.
Wenn du da auch Spaß dran hättest, sie zu lesen oder sie zu hören,
dann sag mir bitte Bescheid.
Denn ich bedanke mich jetzt für deine Aufmerksamkeit. Und ja, ich hatte recht.
32 Minuten haben wir hier zusammen verbracht.
Tu mir einen Gefallen und bei Gefallen schick mein Letter oder diesen Podcast
weiter an Freunde und Bekannte, denn das Ganze wächst hier nur,
wie nennt man das, organisch.
Ich habe nämlich keine Kohle oder kein Medienunternehmen hinter mir,
sondern mache das alles privat und aus Spaß.
Falls du Lust hast, mir ein Manöverbier auszugeben,
ich verlinke dir meinen Ko-Fi-Account, bei dem du mir lustigerweise entweder
etwas regelmäßig oder einmalig in meine Kaffeekasse schmeißen kannst.
Herzlichen Dank und bis zum nächsten Mal.